Lieblingsorte
Stoanerne Mandln – ein stiller Lieblingsplatz zwischen Himmel und Erde
Mystisch. Geheimnisvoll. Ein bisschen spirituell. Und ein Ort, an dem man für einen Moment einfach still werden möchte. 21. August 2026 — ca. 4 Minuten Lesezeit Es gibt Orte, die man besucht, weil sie schön sind. Und dann gibt es Orte, bei denen man nicht so genau erklären kann, warum sie einen berühren. Die Stoanernen […]
Mystisch. Geheimnisvoll. Ein bisschen spirituell. Und ein Ort, an dem man für einen Moment einfach still werden möchte.
21. August 2026 — ca. 4 Minuten Lesezeit
Es gibt Orte, die man besucht, weil sie schön sind. Und dann gibt es Orte, bei denen man nicht so genau erklären kann, warum sie einen berühren.
Die Stoanernen Mandln gehören für uns zur zweiten Kategorie.
Hoch oben auf dem Tschögglberg, auf rund 2.000 Metern, stehen mehr als hundert kleine und große Figuren aus aufeinandergeschichteten Steinen. Manche nur kniehoch, andere beinahe mannshoch. Dazwischen Wind, Weite und ein Panorama, das in alle Richtungen reicht.
Wenn man dort oben ankommt, hat der Ort etwas Eigenartiges. Ruhig. Mystisch. Fast ein bisschen unwirklich.
Ein Ort voller Geschichten
Wie die Stoanernen Mandln tatsächlich entstanden sind, lässt sich bis heute nicht eindeutig erklären.
Seit Jahrhunderten ranken sich Geschichten und Legenden um diesen Platz. Man erzählte von Hexentänzen und geheimnisvollen Zusammenkünften. In historischen Gerichtsunterlagen aus dem Jahr 1540 taucht tatsächlich die Geschichte von Barbara Pachler auf, der vorgeworfen wurde, sich dort oben mit Hexen und Teufeln getroffen zu haben. Andere Erzählungen bringen den Ort mit alten Kultplätzen oder Hirten in Verbindung.
Was davon Wahrheit und was Legende ist?
Vielleicht ist genau das Teil des Reizes.
Denn wenn man zwischen den vielen Steinfiguren steht, den Wind hört und weit über die Berge schaut, braucht man eigentlich keine endgültige Erklärung.
Ein Platz mit Weitblick
Die Stoanernen Mandln stehen auf der Hohen Reisch auf etwa 2.003 Metern Höhe.
Von dort öffnet sich ein beeindruckendes Panorama: Ortlergruppe, Texelgruppe, Ötztaler Alpen und bei guter Sicht sogar die Dolomiten liegen rundherum.
Aber es ist nicht nur die Aussicht, die uns gefällt.
Es ist dieses Gefühl, weit weg zu sein. Kein Verkehr, keine Stadt, keine Häuser. Nur Berge, Almwiesen, Wind und diese seltsamen kleinen Steinmänner, von denen jeder auszusehen scheint, als hätte jemand ganz bewusst genau hier seine Spuren hinterlassen.
Am schönsten, wenn es still ist
Die Stoanernen Mandln sind längst kein vollkommen unbekannter Geheimtipp mehr.
Gerade deshalb würden wir versuchen, nicht zur klassischen Hauptzeit hinaufzugehen. Früh am Morgen, unter der Woche oder außerhalb der stärksten Ferienzeiten zeigt sich der Ort von seiner schönsten Seite.
Besonders eindrucksvoll ist eine Tour zum Sonnenaufgang. Auch der Tourismusverein Hafling–Vöran–Meran 2000 empfiehlt die Stoanernen Mandln ausdrücklich für eine Sonnenaufgangswanderung.
Wenn die ersten Sonnenstrahlen auf die Steinfiguren treffen und die Berge langsam sichtbar werden, versteht man vielleicht am besten, warum dieser Ort seit Jahrhunderten Menschen beschäftigt.
Wie kommt man hin?
Mehrere Wege führen zu den Stoanernen Mandln.
Eine schöne Rundwanderung beginnt beispielsweise in Vöran und führt über Leadner Alm und Auenjoch zu den Steinfiguren. Die vollständige Runde ab Vöran ist mit knapp 20 Kilometern, rund 860 Höhenmetern und etwa sechs Stunden Gehzeit eine richtige Tageswanderung und wird als mittelschwer eingestuft.
Wer es etwas kürzer möchte, kann vom Parkplatz Schermoos oberhalb von Mölten starten. Die offizielle Rundtour ist rund 16 Kilometer lang, dauert etwa 4 Stunden 50 Minuten und überwindet gut 700 Höhenmeter.
Auch aus dem Sarntal gibt es kürzere Zustiege. Deshalb lohnt es sich, vor dem Start zu überlegen, ob man einen ganzen Wandertag daraus machen oder möglichst direkt zu diesem besonderen Platz gelangen möchte.
Die Tour auf einen Blick
- Ziel: Stoanerne Mandln / Hohe Reisch
- Höhe: ca. 2.003 m
- Charakter: Almwanderung mit großem Rundumblick
- Schwierigkeit: je nach Ausgangspunkt leicht bis mittel
- Variante Vöran: ca. 19,6 km · ca. 6 Stunden · rund 860 hm
- Variante Schermoos: ca. 16 km · ca. 4:50 Stunden · rund 720 hm
- Besonders schön: früh morgens oder zum Sonnenaufgang
- Wichtig: gutes Schuhwerk, ausreichend Wasser und Wetterbericht beachten
Unser Tipp
Gehen Sie nicht nur hin, um ein Foto zu machen.
Suchen Sie sich zwischen den Steinfiguren einen Platz, setzen Sie sich für ein paar Minuten hin und schauen Sie einfach.
Keine Musik. Kein Handy. Kein nächstes Ziel.
Vielleicht spüren Sie dann auch diese besondere Stimmung, die sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Ob Kraftplatz, alter Kultort, jahrhundertealte Legende oder einfach nur eine wunderschöne Bergkuppe – das darf am Ende jeder für sich selbst entscheiden.
Für uns bleiben die Stoanernen Mandln vor allem eines:
ein stiller Lieblingsplatz, an den man sich noch lange erinnert.